Weihnachtsbrief 2018/19

weihnachtsbrief_logoLiebe Gemeindeglieder
in St Clara und St Eduard,

liebe Gäste,

das neue Kirchenjahr beginnt und damit eine Zeit des Zurückschauens und Vorausblickens. Erstmalig schreiben wir, Monika Laßmann als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und Pfarrer Kalinowski, diesen Brief gemeinsam.

Im zurückliegenden Jahr haben uns Personalwechsel sehr beschäftigt. Birgitt Korbmacher hat uns im März verlassen. Ihr Nachfolger als Verwaltungsleitung, Wolfram Diederichs, nahm seine Arbeit am 1. August auf. Wir freuen uns darüber, dass Herr Diederichs nun eine ganze Stelle für den pastoralen Raum innehat, was dem Umfang der Arbeiten wesentlich besser entspricht. Er führt auch die Arbeitsgruppe „Verwaltung und Finanzen“ des pastoralen Raums. Besonders schmerzlich trifft uns der Weggang von Anja Breer, die in den letzten 6 Jahren in St. Clara viel Neues angestoßen hat. Kaplan del Cid fehlt vor allem bei der Feier der Gottesdienste und Sakramentenspendungen. Während die Stelle der Gemeindereferentin ausgeschrieben ist und hoffentlich bald und gut neu besetzt wird, ist mit einem Kaplan auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Und es gibt ein neues Gesicht bei uns: Stefan Witt ist seit September für 3 Jahre in der Ausbildung zum Pastoralreferenten in St. Clara und NordNeukölln.

Unsere größte „Baustelle“ ist derzeit der Weg vom Pastoralen Raum in die neue Pfarrei. Der Einladung, bei einem Werkstatttag am 5. Mai den Grundstock für das Pastoralkonzept zu legen, waren erfreulich viele gefolgt. Sie haben zu den Arbeitsbereichen Geistliches Leben, Kinder Jugend – Junge Erwachsene, Soziales Profil und Kultur wesentliche Grundgedanken zusammengetragen. Am 27. November ist es vom Pastoralausschuss verabschiedet worden. Ein Gedanke sei besonders hervorgehoben: Wir wollen Menschen befähigen, Gott im Alltag zu erfahren und sich darüber auszutauschen. Im Jahresthema des Erzbistums Berlin „Gott mitten ins Leben“ spiegelt sich derselbe Gedanke wider: Wir dürfen den Mut haben, Gott selbstbewusst und verständlich ins Gespräch zu bringen. Auf diesem Weg sollten wir auch nach einem Patronat für die neue Pfarrei suchen. Danke für die vielen Vorschläge! Der Pastoralausschuss hat sich entschieden, dass die neue Pfarrei unter dem Patronat der Heiligen Drei Könige stehen soll. Sie, die verschiedene Herkünfte und Kulturen in sich vereinten, haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Wie sie wollen auch wir uns darauf einlassen, auf dem Weg ins Unbekannte dem Stern zu folgen. Die endgültige Festlegung des Patronats erfolgt Anfang 2019 im Gespräch mit dem Erzbischof.

Mit den Wort-Gottes-Feiern haben wir im Jahr 2018 neue Wege beschritten. Unser Dank gilt hier zunächst den ehrenamtlichen Vorsteherinnen und Vorstehern dieser Gottesdienste, aber auch allen, die sie mitgefeiert haben. Die Gottesdienstbeauftragten und das Forum für Gottesdienstentwicklung haben für die Wort-Gottes-Feiern einen guten Rahmen vereinbart. Eine neue Gottesdienstordnung (zunächst für die Sonntage, später auch für die Wochentage) ist dennoch nötig. Sie wird die Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Gottesdienstgemeinde – so weit es geht – berücksichtigen. Dazu erbitten wir Ihr aktives Mittun am Dienstag, 22.01.2019, 19.30 Uhr, in St. Clara. Bedanken wollen wir uns auch bei allen, die sich für gute Familiengottesdienste engagieren: als Musiker, Familienlektoren oder „Kümmerer“, die die Kinder bei ihren Aufgaben begleiten. Die Familiengottesdienste sind ein zentrales Element unserer Familienpastoral. Dazu gehört neben der Religiösen Kinderwoche, die sich über die Jahre gut entwickelt hat, seit letztem Jahr auch eine Familienfahrt zum Pfingstwochenende, die sich weiter etablieren soll. Auch das Besinnungswochenende in der Fastenzeit ist auf dem besten Wege, zu einer guten Tradition zu werden.

Als Gemeinde tragen wir Mitverantwortung für unsere Gesellschaft und die Menschen, zu denen wir als Christen gesandt sind. Mit dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt, dem Nord-Neuköllner Nachtcafé und der Kleiderkammer nennen wir hier drei wichtige Initiativen, mit denen wir uns im öffentlichen Raum präsentieren und uns unserer Verantwortung dafür stellen. Es bedarf stets weiterer personeller Unterstützung für diese und andere Projekte. Auch hier ein Dank an alle, die in diesem Bereich mitarbeiten.

Neben den praktischen Ausdrucksformen dieser Verantwortung sind wir als Kirche gerufen dafür einzutreten, dass Populismus und Hass, Fremdenfeindlichkeit und politische Extreme nicht überhand nehmen. Unser Bekenntnis zu einer Gesellschaft, die von Offenheit und Gerechtigkeit geprägt ist, haben wir mit unserer Beteiligung am Festival Offenes Neukölln zum Ausdruck gebracht. Als Christen stehen wir für einen tolerantes Miteinander und sollen Brücken statt Mauern bauen.

Noch ein kurzes Wort zur Arbeit des Kirchenvorstands: Im vergangenen Jahr ist die Nutzung des Gemeindehauses evaluiert worden. Ein Ergebnis dieser Auslastungsanalyse ist, dass Wanda e. V. tagsüber die zweite Etage für einen Eltern-Kind-Treff mietet. Die abendliche Nutzung der Räume durch die Gemeinde bedarf noch einer besseren Abstimmung. Wanda ist ein nicht-konfessioneller, freier Träger, der auch eine Bereicherung des Lebens der Gemeinde darstellt, auch wenn sich das nicht im Gottesdienstbesuch niederschlägt. Die Arbeiten am Kirchturm waren im Frühjahr abgeschlossen. Die Gesamtkosten von 466.824 € teilen sich so auf: Bonifatiuswerk 40.000 €, Erzbistums Berlin 298.777 €, Gemeinde 128.047 €. Auch die Orgel in St. Clara wurde überholt, gereinigt und gestimmt. Beide Orgeln bedürfen aber der regelmäßigen Wartung. Deshalb wird es die Kollekte für diese Zwecke und den Kuchenverkauf für die Kirchenmusik und die Orgeln weiterhin geben, auch wenn die Rechnungen selbstverständlich längst bezahlt sind. Alle diese Arbeiten waren notwendig. Es wäre schön, wenn die dafür aufgebrauchten Rücklagen durch (zweckgebundene) Spenden, für die Sie selbstverständlich eine Spendenquittung erhalten können, wieder aufgefüllt werden könnten.

Zum Abschluss möchten wir vor allem danken: all jenen, die im vergangenen Jahr die Gemeinde durch ihr Engagement und ihr Gebet getragen haben. Als Zeichen dieses Dankes hatten wir im August zu einem Besuch der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße und einem gemütlichen Abend nach St. Clara eingeladen. Das Erlebnis dieses schönen Nachmittags und Abends bestärkt uns, dass es auch im kommenden Jahr ein Dankeschön mit einem kulturellen Teil und der Möglichkeit zur Begegnung geben wird. Dank sei auch Gott, der in dieser Zeit bei uns war. Er möge uns auch im kommenden Jahr seine heilende Nähe erfahren lassen.

So wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Jahr 2019.


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